ORF online – Lakeside Labs entwickeln intelligente Drohnen

05.06.2008

15 Wissenschaftler arbeiten am Drohnen-Hirn
Katastrophenmanagement mit Mikrodrohnen ist eines jener Forschungsprojekte, an denen 15 Wissenschaftler aus aller Welt seit dem Frühjahr im Lakeside Park arbeiten. Bei den Mikrodrohnen handelt es sich um ultraleichte Mini-Fluggeräte mit integrierter Kamera und hochempfindlichen Mikrofonen.
Die Flugobjekte sind nicht lauter, als eine Biene und werden ferngesteuert. Durch eine ausgeklügelte Elektronik haben die Mini-Hubschrauber ein extrem stabiles Flugverhalten und lassen sich leicht steuern. Die Überwachung erfolgt über einen Monitor oder eine Videobrille.

 

Die integrierte Kamera liefert hochauflösende Bilder in Echtzeit an die Bodenstation. Drohnen mit integriertem GPS-System können auch voreingestellte Routen automatisch abfliegen

Ziel: Fliegende Roboter mit Selbststeuerung
In Klagenfurt werden die Mikrodrohnen weiterentwickelt und Anwendungen für den Katastropheneinsatz konzipiert. Ziel des Klagenfurter Forschungsteams: Mittels künstlicher Intelligenz sollen sich die Drohnen selbst steuern und mit ihren Artgenossen kommunizieren.

Unauffällige Überwachung mit Drohnen
Bisher werden die kleinen und leisen Fluggeräte in erster Linie für Überwachungsaufgaben eingesetzt - übrigens auch zur Überwachung von Hooligans bei Fußballspielen. Die Kameras der Drohnen funken die Bilder live in die Einsatzzentralen der Polizei.

Lakeside Labs wollen an die Europaspitze
Christian Bettstetter, der wissenschaftliche Leiter des Forschungszentrums Lakeside Labs, hat sich mit seinem Team zum Ziel gesteckt, in kurzer Zeit zur Europaspitze aufzurücken, und sich einen europaweiten Namen als Forschungsstätte zu erarbeiten. Im Endausbau sollen 30 bis 40 hoch qualifizierte Mitarbeiter in der Klagenfurter Forschungsstätte arbeiten.

Blick in die Zukunft: Vernetzter Verkehr
Neben der Arbeit an den intelligenten Fluggeräten widmen sich die Forscher auch dem Thema Mobilfunk ohne Netzinfrastruktur. "Ein klassisches Beispiel ist die Vernetzung von Autos: Wenn bei einem Unfall der Airbag gezündet wird, könnte automatisch eine Warnnachricht von einem Auto zum nächsten weitergeleitet werden", so Bettstetter.

Sparsame Chips und neue Ampelsteuerungen
Das dritte große Forschungsgebiet im Lakeside Park ist die Verringerung des Energieverbrauchs in Mikrochips. Eine weitere Projektidee, die mit der Stadt Klagenfurt durchgeführt werden könnte, betrifft intelligente Ampelschaltungen. So könnten die Ampeln selbstständig Grünphasen einleiten, sobald sich Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht nähern.

22 Millionen Euro Budget für fünf Jahre
Unterstützt wird die Forschungsarbeit von Land und Bund, von der Universität, den Städten Klagenfurt und Villach und privaten Unternehmen. Das Budget beträgt insgesamt 22 Millionen Euro für fünf Jahre.

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