Mit selbstorganisierenden Systemen im Bereich der mobilen Kommunikationstechnik möchte das Klagenfurter Forschungs- und Technologiezentrum "Lakeside Labs" als "Leuchtturm auf der europäischen Karte sichtbar werden". Das kündigte der Geschäftsführer, Univ.-Prof. Christian Bettstetter, bei einer Pressekonferenz an. Derzeit wird an drei Projekten gearbeitet, die im Rahmen eines international besetzten Symposions im Lakeside Technologiepark vorgestellt wurden. Entwickelt werden unter anderem Mikrodrohnen.
Der Lakeside Labs GmbH, die im Frühjahr 2008 gegründet wurde, stehen in den ersten fünf Jahren 22 Mio. Euro zur Verfügung, die zur Hälfte aus Mitteln der EU und der Universität Klagenfurt aufgebracht werden. Die zweite Hälfte teilen sich der Bund und das Land Kärnten. "Es ist die größte Forschungsinitiative des Landes Kärnten", erklärte Landeshauptmann und Technologiereferent Jörg Haider (B).
Eines der Projekte ist das Katastrophenmanagement mit Mikrodrohnen. Das sind kleine, unbemannte Luftfahrzeuge, die aufgrund von ausgeklügelter Steuerungstechnik eine hohe Flugstabilität aufweisen. Mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet, können sie Daten in Echtzeit an die Bodenstationen liefern. Das Projekt entwickelt solche Mikrodrohnen weiter und konzipiert Anwendungen im Katastropheneinsatz.
Weitere Forschungsprojekte sind die Minimierung des Energieverbrauchs in Mikrochips sowie Mobilfunk ohne Infrastruktur. Eine weitere Projektidee, die mit der Stadt Klagenfurt durchgeführt werden könnte, betrifft intelligente Ampelschaltungen. So könnten die Ampeln selbstständig Grünphasen einleiten, sobald sich Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht nähern.
Die Lakeside Labs haben in diesem Jahr durch internationale Ausschreibungen acht Forscher für die Entwicklungsarbeit gewonnen. Das Endziel sei, so Bettstetter, ein Team von 30 bis 40 hoch qualifizierten Personen.