Wirtschaftsblatt - Lakeside Park wird früher als geplant fertig gestellt

21.10.2008

Klagenfurt: „Wir sind besser, als im Plan vorgesehen“, sagt Hans Schönegger, mit Erhard Juritsch Geschäftsführer der Lakeside Science & Technology Park GmbH, und kündigt den vorgezogenen Bau von zwei weiteren Häusern im Park in Wörthersee Nähe an. Ursprünglich sollten bis 2015 in zehn Häusern 28.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zur Verfügung stehen. Im Moment stehen bereits acht Häuser mit 18.900 Quadratmeter vermietbarer Fläche, die zu 84 Prozent ausgelastet sind. Nun geht’s rasch dem Endausbau zu: 2011, sagt Schönegger, werden die restlichen beiden Häuser bereits zur Verfügung stehen. Für eines der Häuser steht „ein wesentlicher Mieter aus Österreich aus dem Telematikbereich“ bereits fest. Die zwei neuen Häuser werden elf Millionen Euro kosten. Die Investition für den gesamten Lakeside Science & Technology Park macht 54 Millionen Euro aus.

„Wenn wir jeden Mieter genommen hätten, wären wir längst voll“, sagt Schönegger. „Wir ziehen aber unsere Schiene mit Telematik, Informations- und Kommunikationstechnologien durch und dieses Konzept ist mehr als super aufgegangen.“ Seit seiner Inbetriebnahme im Frühjahr 2005 sind im Park 24 Unternehmen mit rund 600 Mitarbeitern tätig. Investiert wird in den drei Bereichen Technologie, Forschung & Entwicklung und Human Ressources, die für Kärnten wesentlich seien.

Neues Zentrum
Heuer wurden die sogenannten Lakeside Labs im Park gestartet. Sie sollen die Verbindungslücke zwischen Universität und Unternehmen schließen. Dieses Forschungszentrum beschäftigt sich mit „selbstorganisierenden vernetzten Systemen“. Für die Laufzeit von vier bis fünf Jahren steht dafür ein Finanzierungsvolumen von 22 Millionen Euro zur Verfügung. Finanziert werden die Lakeside Labs vom Land Kärnten, dem Bund und der EU im Verhältnis 25:25:50. Partner aus der Wirtschaft sollen diese Summe noch aufstocken.

Aufwertung
Damit soll es zu einer weiteren Aufwertung des Technologiestandortes Kärnten und zu weiteren Betriebsansiedelungen kommen. Aus dem Austausch von Universität, Technologiepark und Unternehmen sind bereits 38 Unternehmensgründungen entstanden.

Bei den selbstorganisierenden vernetzten Systemen geht es darum, dass sich Kommunikationseinheiten selber organisieren, der Mensch nicht mehr alles machen muss: „Da stehen wir am Beginn einer neuen Entwicklung, die wir forcieren wollen“, sagt Schönegger. Damit könnten etwa Fehlentwicklungen von vornherein erkannt werden. Anwendungsmöglichkeiten bieten sich im Katastrophenmanagement oder im Automobilbereich – überall dort, wo zentral koordinierte Systeme an ihre Grenzen stoßen.  

Franz Gansrigler, Wirtschaftsblatt

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