Leonardo da Vinci (1452-1519) war der erste moderne Mensch. Er entwarf funktionsfähige Roboter, digitale Computer und baute die erste Herzklappe. Heute verehren wir Leonardo als Maler, der die Kunst der Renaissance revolutionierte. Doch seine Zeitgenossen lobten und umwarben den Forscher in ihm, der mit seinen bahnbrechenden Entdeckungen eine Zeitenwende einläutete. Neue Erkenntnisse über Leonardos Handschriften ermöglichen es, diesem vergessenen Vermächtnis näher zu kommen. Sie werfen zudem Licht das auf das Geheimnis der Mona Lisa, machen Leonardos Faszination für Wasser verständlich und geben seinem Traum vom Fliegen eine bislang übersehene Bedeutung: Die mehr als 6000 erhaltenen Manuskriptseiten zeigen Leonardo als einen Forscher, der ein neues, von Empirie getragenes Denken entwickelte. Und doch war Leonardo, der Wegbereiter der modernen Wissenschaft, kein Wissenschaftler im heutigen Sinne. Denn seine größten Erfolge erzielte er nicht durch Spezialisierung, sondern indem er es verstand, unterschiedlichste Wissensgebiete auf nie da gewesene Weise miteinander zu verknüpfen. Gerade dieser Gegensatz macht es so lohnend, von Leonardo zu lernen — als dringend benötigte Ergänzung zu unserer modernen Weise zu denken.
Stefan Klein
Geboren 1965
Studium der Physik und Philosophie in München, Grenoble und Freiburg/Br.
Promotion in theoretischer Biophysik
daneben Autor für die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung
Print- und Fernsehausbildung an der Henri-Nannen-Schule.
1996-99 Mitglied der Spiegel-Redaktion im Wissenschaftsressort und Autor zahlreicher Titelgeschichten
1998 Georg-von-Holtzbrinck-Preis für Wissenschaftsjournalismus
1999 Autor bei GEO
Seit 2000 freier Wissenschaftsautor und Medienberater
Publikationen
Da Vincis Vermächtnis: oder wie Leonardo die Welt neu erfand, S. Fischer 2008
Zeit: Der Stoff aus dem das Leben ist, S. Fischer 2006
Alles Zufall: Die Kraft, die unser Leben bestimmt, Rowohlt 2004
Die Glücksformel: oder wie die guten Gefühle entstehen, Rowohlt 2002