Wo spielt die Musik? Diese Frage ist eigentlich ganz einfach beantwortet. Überall dort, wo in Kärnten Forschung betrieben wird, stehen nächsten Samstag, dem 8. November die Türen offen. Einen Abend lang präsentieren österreichweit 375 Forschungseinrichtungen ihre Taten der Öffentlichkeit. Doch Antwort auf die Frage: "Wo spielt die Musik?", ist das noch keine. Denn die wird erst an der Universität Klagenfurt, genauer in der Abteilung für Musikwissenschaft, gegeben.
Fragen über Fragen. Ein weiteres Fragenbündel, das beantwortet wird: Wie gut ist Ihre räumliche Vorstellungskraft? Wie zerlege ich meinen Computer? Löst sich die menschliche Natur auf? Oder: Was ist so dunkel in Afrika? Antworten gibt es von den Forschern an der Uni Klagenfurt und im angrenzenden Lakeside Park.
"Garagen- und Kellerforschung". Viel wichtiger ist allerdings diese Frage: Wie geht es der Forschung in Kärnten? Ganz gut, wenn man sich an den offiziellen Zahlen orientiert. Seit 1999 wurden über den Technologiefonds Kärnten 156 Millionen Euro in den Forschungsstandort Kärnten investiert. Der Lakeside Park, das Carinthian Tech Research oder die Forschungsarbeiten bei Infineon oder in den St. Veiter Solar- und Holz-Clustern zeugen von Ideenreichtum und auch dem nötigen Mut, den es bedarf, um Forschung anzugehen. "Denn man sollte nicht denken, dass Forscher immer in sterilen und gestylten Büros arbeiten, der Anfang geschieht meist in Garagen oder Kellerzimmern", sagt Reinhart Heinisch, Politikprofessor aus Villach, der sich für seine Forschung nach Pittsburgh begeben hat. Finanziell betrachtet liegt Kärnten mit 2,6 Prozent des Landes-BIP an Forschungs- und Entwicklungsausgaben im Bundesländervergleich auf Platz drei. Maßgeblichsten Anteil dafür haben wohlgemerkt die Betriebe selbst, sie zahlen rund 85 Prozent der Forschungskosten.
7,5 Milliarden für die Forschung. Und wie sieht es im restlichen Österreich aus? 7,51 Milliarden Euro wurden und werden heuer für Forschung ausgegeben. Am Bruttoinlandsprodukt gemessen sind das noch immer relativ magere 2,63 Prozent, im Vergleich zum Jahr 2007 aber ein beträchtlicher Anstieg um 8,1 Prozent. Größter Sponsor ist auch hier die Wirtschaft, die 3,65 Milliarden Euro beisteuert. 2,7 Milliarden kommen aus Steuertöpfen und 1,1 Milliarden von ausländischen Investoren.
Forschungspreis. Bleibt noch eine Frage über: Was bedarf es, um Forscher zu werden? Antworten auf diese Frage bekommt man, wenn man sich die Preisträger des Innovations- und Forschungspreises des Landes Kärnten ansieht, der ebenfalls am 8. November vergeben wird. In vier Kategorien - jeweils mit 10.000 Euro dotiert - werden Mut, Ideen und Initiativen der Kärntner Unternehmen, ihre Technologien, Produkte und Umsetzungen ausgezeichnet. Über die Preisträger wollen die KWFVorstand Hans Schönegger und Ewald Juritsch verständlicherweise noch nichts sagen - doch hoffnungsvolle Kandidaten gibt es einige. Die können dann auch so spannende Fragen beantworten, etwa: Wie hat man im Mittelalter eine Burg gebaut? Oder: Wie wärmt man sich für den Bühnenauftritt auf?
THOMAS CIK