Kultur schafft Wissen

22.01.2009

Welchen Sinn haben kulturelle Veranstaltungen?
Das "Erlebnis Kultur" hat eine wichtige Funktion fuer unsere Herzensbildung. Kunst bereichert unser Leben, ja macht uns oft erst (er)lebensfaehig. Der Beitrag der Kultur und der Kunst zur Wissensvermittlung und Horizonterweiterung jedes einzelnen von uns wird drastisch unterschaetzt. Kultur zu foerdern ist daher erste Buergerpflicht!
Viele der grossen Kunstwerke der Weltgeschichte , seien es die Kunstwerke der Malerei, der Musik, des Theaters oder grossartige Bauwerke, waeren ohne Kultursponsoring nicht geschaffen worden. Frueher waren es Herrscherhaeuser,  reiche Kunstmaezene und die Kirche, die einzelne Kuenstler unterstuetzt haben; heute erfuellt der Steuerzahler die Funktion, einen weitverzweigten Kunstbetrieb am Leben zu erhalten. Es ist eine Entwicklung unserer Zeit, dass die Definition was Kunst ist so breit und ausdifferenziert ist wie noch nie zuvor. Nie zuvor gab es so viele verschiedene Kunstrichtungen und Kunstarten wie heutzutage. Auch deshalb werden die oeffentlichen Mittel, die fuer die Kunst- und Kulturfoerderung zur Verfuegung stehen, relativ immer geringer und reichen oft nicht mehr aus.
Deshalb (muessen) zunehmend private Sponsoren an die Seite des Staates treten.

Es ist nun ganz wichtig, dass diese privaten Sponsoren beim Sponsoring von Kultur nicht auf kurzfristigen wirtschaftlichen Nutzen abstellen, sondern es als langfristiges Investment in Wirtschaft und Gesellschaft ansehen. So wie sich immer mehr Firmen  zu "corporate & social responsibility" (CSR) bekennen und eigene Abteilungen damit beschaeftigen, muesste  eine ?corporate social & cultural responsibility? (CSCR) entstehen und Firmen sollten sich  moralisch verpflichtet fuehlen, einen Teil ihres Gewinns in Kunst und Kultur zu investieren.
Wie in den USA sollte auch bei uns der Staat ein derartiges Engagement mit 100 % steuerlicher Absetzbarkeit honorieren.

Wilhelmine Goldmann
Geboren 1948 in Traisen (NÖ)
Studium der Wirtschaftswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre in Wien
1971 bis 1992 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeiterkammer Wien
1981 bis 1989 Vizepräsidentin des Fonds zur Förderung der gewerblichen Wirtschaft FFF.
1992 bis 2000 Leitung des Bereichs Privatisierung und Beteiligungsmanagement in der ÖIAG und zeichnete unter anderem für die Börsegänge von OMV, Böhler-Uddeholm, VA Tech, Voest Alpine Stahl AG und zahlreiche Firmenverkäufe aus dem Portfolio der ehemals Verstaatlichten Industrie verantwortlich und bekleidete zahlreiche Aufsichtsratspositionen.
2001 bis 2004 Vorstandsdirektorin der Postbus AG
2005 bis 2007 Vorstandsdirektorin der ÖBB Personenverkehr AG.
Seit 2001 Mitglied des Vereins „Opernwerkstatt Wien“ und Veranstalterin des open air Opernfestival in Wien. Seit 2007 Kuratoriumsmitglied der Salzburger Festspiele und Kuratoriumsvorsitzende des Technischen Museums Wien
seit 2008 Vorsitzende des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften IFK und Aufsichtsratsvorsitzende der Museumsquartier GmbH.

Publikationen
Autorin zahlreicher Artikel sowie des Buches „Wem gehört Österreichs Wirtschaft wirklich?“, Orac Verlag 1991.

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